Was ist Metallographie?
Die Metallographie untersucht das Mikrogefüge metallischer Werkstoffe. Durch Schliffpräparation, Polieren und Ätzen werden Korngrenzen, Phasen und Schädigungsmechanismen sichtbar gemacht.
Typischer Ablauf
- Probenentnahme und Einbetten
- Schleifen und Polieren bis zur spiegelnden Oberfläche
- Ätzen mit geeignetem Reagenz
- Lichtmikroskopische oder digitale Auswertung
Was wird bewertet?
- Korngröße und Kornform
- Phasenanteile (z. B. Ferrit/Perlit)
- Einschlüsse und Entkohlung
- Wärmeeinflusszonen und Schweißnahtaufbau
- Risse, Poren und Vorschädigungen
Wichtige Normen
| Norm | Inhalt |
|---|---|
| EN ISO 643 | Bestimmung der Korngröße |
| ASTM E3 | Leitfaden zur metallographischen Probenpräparation |
| ASTM E407 | Ätzreagenzien für metallographische Untersuchungen |
Praxisnutzen
Metallographie ergänzt mechanische und zerstörungsfreie Prüfungen ideal, weil sie Ursachen von Abweichungen im Gefüge direkt sichtbar macht.
Berufskontext: Wann Metallographie entscheidend ist
- Erstbemusterung neuer Werkstoffe und Prozesse (Qualifikation)
- Schweißnahtbeurteilung: Einbrand, Bindefehler, Wärmeeinflusszone
- Schadensanalyse: Bruchursachen und Gefügeänderungen nach Betriebseinfluss
- Wärmebehandlung: Nachweis von Härte-/Gefügezuständen und Entkohlung
Qualitätskriterien für belastbare Ergebnisse
- repräsentative Probenentnahme und saubere Dokumentation der Entnahmestelle
- definierte Präparation mit kontrollierter Endpolitur
- passendes Ätzmittel und Ätzzeit für den Werkstoffzustand
- objektive Bewertung mit Referenzbildern und Normbezug