Metallographie

Die Metallographie untersucht das Mikrogefüge metallischer Werkstoffe. Durch Schliffpräparation, Polieren und Ätzen werden Korngrenzen, Phasen und Schädigungsmechanismen sichtbar gemacht.

Was ist Metallographie?

Die Metallographie untersucht das Mikrogefüge metallischer Werkstoffe. Durch Schliffpräparation, Polieren und Ätzen werden Korngrenzen, Phasen und Schädigungsmechanismen sichtbar gemacht.

Typischer Ablauf

  1. Probenentnahme und Einbetten
  2. Schleifen und Polieren bis zur spiegelnden Oberfläche
  3. Ätzen mit geeignetem Reagenz
  4. Lichtmikroskopische oder digitale Auswertung

Was wird bewertet?

  • Korngröße und Kornform
  • Phasenanteile (z. B. Ferrit/Perlit)
  • Einschlüsse und Entkohlung
  • Wärmeeinflusszonen und Schweißnahtaufbau
  • Risse, Poren und Vorschädigungen

Wichtige Normen

NormInhalt
EN ISO 643Bestimmung der Korngröße
ASTM E3Leitfaden zur metallographischen Probenpräparation
ASTM E407Ätzreagenzien für metallographische Untersuchungen
Praxisnutzen

Metallographie ergänzt mechanische und zerstörungsfreie Prüfungen ideal, weil sie Ursachen von Abweichungen im Gefüge direkt sichtbar macht.

Berufskontext: Wann Metallographie entscheidend ist

  • Erstbemusterung neuer Werkstoffe und Prozesse (Qualifikation)
  • Schweißnahtbeurteilung: Einbrand, Bindefehler, Wärmeeinflusszone
  • Schadensanalyse: Bruchursachen und Gefügeänderungen nach Betriebseinfluss
  • Wärmebehandlung: Nachweis von Härte-/Gefügezuständen und Entkohlung

Qualitätskriterien für belastbare Ergebnisse

  1. repräsentative Probenentnahme und saubere Dokumentation der Entnahmestelle
  2. definierte Präparation mit kontrollierter Endpolitur
  3. passendes Ätzmittel und Ätzzeit für den Werkstoffzustand
  4. objektive Bewertung mit Referenzbildern und Normbezug
Sources & Further Reading