EN ISO 604, DIN 50106
Grundprinzip
Der Druckversuch ist ein zerstörendes Prüfverfahren, bei dem ein Werkstück oder Bauteil einer definierten Druckkraft ausgesetzt wird, um sein Verhalten unter Kompressionsbelastung zu ermitteln. Dabei werden Kennwerte wie Druckfestigkeit, Druckstreckgrenze und Verformungsverhalten bestimmt. Der Versuch wird nach DIN EN ISO 604 (Kunststoffe) bzw. DIN 50106 (metallische Werkstoffe) durchgeführt.
Was macht ein Druckversuch-Werkstoffprüfer?
- Vorbereitung und Einspannung von Prüfkörpern in die Druckprüfmaschine
- Durchführung von Druckversuchen nach Norm (DIN EN ISO 604, DIN 50106)
- Messung von Druckkraft, Stauchung und Verformungsverhalten
- Ermittlung von Druckfestigkeit und Druckstreckgrenze
- Dokumentation und Auswertung der Prüfergebnisse
- Beurteilung von Beton, Keramik, Kunststoffen und metallischen Werkstoffen
Einsatzbranchen
Druckversuche kommen in der Bauindustrie (Beton, Mauerwerk), der Kunststofftechnik, der Keramikindustrie sowie im Fahrzeug- und Maschinenbau zum Einsatz. Überall dort, wo Bauteile Druckbelastungen standhalten müssen – etwa Säulen, Stützen oder Gehäuse – ist der Druckversuch unverzichtbar.
Zertifizierung für Werkstoffprüfer
Für zerstörende Prüfverfahren wie den Druckversuch gibt es keine eigene internationale Personenzertifizierung nach EN ISO 9712 (diese gilt nur für ZfP). Qualifikationen werden betriebsintern oder über Aus- und Weiterbildungsangebote erworben. Einschlägige Kenntnisse der Norm DIN EN ISO 604 und der Prüfmaschinentechnik sind Grundvoraussetzung.
Anwendungsgebiete
Bauwesen (Beton, Naturstein, Mauerwerk), Kunststofftechnik (Spritzgussteile, Schäume), Keramikindustrie, Fahrzeug- und Maschinenbau, Verpackungsindustrie
✓ Vorteile
- Einfache Probenvorbereitung
- Direkte Messung der Druckfestigkeit
- Anwendbar auf viele Werkstoffe (Metall, Beton, Kunststoff, Keramik)
- Normiert und reproduzierbar
✗ Nachteile
- Zerstörend – Prüfkörper wird beschädigt
- Ergebnisse stark von Probengeometrie abhängig
- Nur einachsige Belastung simuliert