Biegeversuch — Duktilität und Schweißnahtprüfung

Der Biegeversuch prüft Verformbarkeit und Zähigkeit von Werkstoffen und Schweißnähten. Er ist Pflichtprüfung der Schweißverfahrensprüfung EN ISO 15614 und Schweißerprüfung EN ISO 9606.

Grundprinzip

Die Probe wird über einen definierten Dorn gebogen. Die Zugseite wird gedehnt. Der Versuch bewertet ob der Werkstoff diese Dehnung ohne Rissbildung erträgt — direkte Aussage über Duktilität und Zähigkeit.

Varianten

  • Decklagenbiegeversuch (face bend): Decklage in Zugzone
  • Wurzelbiegeversuch (root bend): Wurzel in Zugzone — kritischster Test, deckt Bindefehler auf
  • Querbiegeversuch: Probe quer zur Nahtrichtung — Standard
  • Seitenbiegeversuch: Probe auf Breitseite — bei dicken Querschnitten

Parameter nach EN ISO 5173

  • Dornradius d = 2t bis 4t (t = Probendicke)
  • Biegewinkel 180° oder 120°
  • Auflagerabstand L = d + 3t

Bewertung

Bestanden wenn kein Riss länger als 3 mm auf der Zugseite sichtbar ist (EN ISO 15614-1).

Schweißqualifikationen

  • EN ISO 15614-1: Schweißverfahrensprüfung Stahl
  • EN ISO 9606-1: Schweißerprüfung Stahl
  • ASME Section IX: USA

Normen

  • EN ISO 5173: Biegeprüfungen an Schweißnähten
  • DIN EN ISO 7438: Biegeversuch metallische Werkstoffe
Kategorie
zp
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Inhaltsverzeichnis
Relevante Normen
  • EN ISO 5173
  • DIN EN ISO 7438
  • EN ISO 15614-1
  • EN ISO 9606-1
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