Grundprinzip OES
Ein Funke verdampft und ionisiert eine winzige Materialprobe. Die emittierte Strahlung wird spektral aufgetrennt — jedes Element erzeugt charakteristische Linien. Ergebnis in Sekunden.
Gerätetypen
| Typ | Kürzel | Besonderheit |
|---|---|---|
| Stationäres Funkenspektrometer | OES | Labor, höchste Präzision |
| Mobiles Funkenspektrometer | Mobile OES | Vor-Ort, PMI im Feld |
| Röntgenfluoreszenz | XRF/RFA | Berührungslos, kein C/N/O |
| LIBS | LIBS | Handgerät, sehr schnell |
PMI — Positive Material Identification
Verwechslungsschutz: Sind verbaute Bauteile aus dem spezifizierten Werkstoff? Pflicht in Kernkraft (KTA 1401), Petrochemie (API 578) und Druckgerätebau (AD 2000-W 10). Mobile Geräte ermöglichen die Prüfung direkt am eingebauten Bauteil.
Schmelzenanalytik
Im Stahlwerk: Badprobe aus flüssigem Metall entnehmen, analysieren (2–4 Minuten), dann ggf. Nachlegieren. Stationäre OES-Geräte mit 30+ simultanen Kanälen.
Kohlenstoffbestimmung
OES kann C messen, XRF nicht. Für hochgenaue C-Analyse: Verbrennungsanalyse (LECO/Eltra) — Probe in HF-Ofen verbrennen, CO₂ per IR messen.
Normen
- EN ISO 15350: Stahl — Funkenspektrometrie
- ASTM E 415: OES für Karbonstähle
- API 578: PMI in Raffinerien
- AD 2000-Merkblatt W 10: PMI Druckgeräte
- EN 10204: Abnahmeprüfzeugnisse