DIN EN ISO 9606-1: Prüfung von Schweißern – Schmelzschweißen Stahl

DIN EN ISO 9606-1 legt die Anforderungen an Prüfung und Qualifikation von Schweißern beim Schmelzschweißen von Stahl fest – Grundlage für Schweißer-Zertifikate.

Norm DIN EN ISO 9606-1

DIN EN ISO 9606-1:2017-12 „Prüfung von Schweißern – Schmelzschweißen – Teil 1: Stähle" ist die Hauptnorm für die Qualifikationsprüfung von Schweißern für Stahl-Schmelzschweißprozesse. Sie ersetzt die frühere EN 287-1.

Qualifikationsvariablen

Ein Schweißer-Zertifikat gilt für bestimmte Kombinationen aus:

  • Prozess: 111 (E-Hand), 135 (MAG), 141 (WIG), 121 (UP), 15x (Plasma)
  • Produkttyp: P (Blech), T (Rohr)
  • Nahttyp: BW (Stumpfnaht), FW (Kehlnaht)
  • Werkstoffgruppe: 1.1, 1.2, 1.3 (unlegierteMicrostahl), 8 (austenitisch), usw.
  • Nahtposition: PA, PB, PC, PD, PE, PF, PG
  • Schweißzusatz-Typ: Solid, Fülldraht, basisch, sauer
  • Wanddicke- und Außendurchmesserbereich

Prüfstück und ZfP

Das Prüfstück wird nach dem Schweißen mit ZfP bewertet:

  • VT: immer
  • RT oder UT: für Stumpfnähte (BW)
  • MT oder PT: alternativ für Kehlnähte, optional ergänzend
  • Biegeversuch: ergänzend oder alternativ zu RT/UT

Zulässigkeitsgrenzen nach DIN EN ISO 5817, Gruppe B (höchste Güte).

Gültigkeitsdauer und Verlängerung

  • Erstgültigkeit: 3 Jahre
  • Verlängerung: alle 2 Jahre durch Arbeitgeber-Bescheinigung (schweißtätig) oder neue Prüfung
  • Nur zertifizierte Prüfstellen (z. B. SLV, TÜV, DVS) dürfen Prüfzertifikate ausstellen