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EN ISO 17636-1 Filmtechnik

EN ISO 17636-1 regelt die Filmradiographie an Schweißnähten und unterscheidet zwischen Technik A (Grundtechnik) und Technik B (verbesserte Technik) mit definierten Bildqualitätsanforderungen.

EN ISO 17636-1 – Filmradiographie an Schweißnähten: Klassen A und B

Die Norm EN ISO 17636-1 regelt die Röntgen- und Gammastrahlprüfung (Filmradiographie) von Schweißnähten in metallischen Werkstoffen. Sie legt zwei Prüftechniken fest – Technik A (Grundtechnik) und Technik B (verbesserte Technik) – und definiert die Mindestanforderungen an Bildqualität, Aufnahmetechnik und Auswertung.

Technik A – Grundtechnik

Technik A stellt die Mindestanforderungen für die Filmradiographie. Sie ist ausreichend für niedrigere Qualitätsstufen und weniger sicherheitsrelevante Bauteile. Die Bildqualitätsklasse wird anhand des Bildgütemessers (IQI) nach EN ISO 19232 nachgewiesen. Zulässige Strahlungsquellen umfassen Röntgengeräte sowie Gammastrahler wie Ir-192 und Se-75 in ihren jeweiligen Wanddickenbereichen.

Technik B – Verbesserte Technik

Technik B stellt höhere Anforderungen an Bildqualität und Aufnahmegeometrie. Sie wird für sicherheitsrelevante Bauteile gefordert, etwa im Druckbehälter- und Rohrleitungsbau. Gegenüber Technik A sind folgende Verschärfungen maßgeblich:

  • Feinkornfilme mit höherer Ortsauflösung erforderlich
  • Kleinere zulässige Brennfleckengrößen der Röntgenröhre
  • Größere Fokus-Film-Abstände (kürzere geometrische Unschärfe)
  • Strengere IQI-Anforderungen (höhere Empfindlichkeit nachzuweisen)

Bildgütemesser (IQI)

Der Nachweis der Bildqualität erfolgt durch Bildgütemesser (Image Quality Indicators, IQI) nach EN ISO 19232. Unterschieden werden Draht-IQI (W) und Loch- bzw. Stufenbohrungsmesser (D). Die Norm legt fest, welcher IQI-Typ bei welcher Wanddicke und Technik zu verwenden ist und welcher Draht oder welche Bohrung mindestens sichtbar sein muss.

Geometrische Anforderungen

EN ISO 17636-1 definiert den zulässigen Penumbra-Bereich (geometrische Unschärfe Ug) in Abhängigkeit von Wanddicke und Strahlungsquelle. Typischerweise gilt Ug ≤ 0,4 mm für Technik A und Ug ≤ 0,2 mm für Technik B. Der Fokus-Film-Abstand muss so gewählt werden, dass diese Grenzwerte eingehalten werden.

Filmbewertung und Schwärzung

Die optische Dichte (Schwärzung) des entwickelten Films muss im Auswertungsbereich zwischen 2,0 und 4,5 liegen (Technik B: Mindestdichte 2,3). Die Auswertung erfolgt am Betrachtungsgerät mit ausreichender Leuchtdichte. Befunde werden nach EN ISO 10675 bewertet.

Sources & Further Reading