DIN EN ISO 5579: Durchstrahlungsprüfung metallischer Werkstoffe – Grundlagen

DIN EN ISO 5579 legt die allgemeinen Grundsätze für die Durchstrahlungsprüfung metallischer Werkstoffe mit Film und ionisierender Strahlung fest.

Norm DIN EN ISO 5579

DIN EN ISO 5579:2014-04 „Zerstörungsfreie Prüfung – Durchstrahlungsprüfung von metallischen Werkstoffen mit Film und Röntgen- oder Gammastrahlen – Grundlagen" ist die übergeordnete Grundlagennorm für die filmbasierte Durchstrahlungsprüfung.

Anwendungsbereich

Die Norm gilt für die Durchstrahlungsprüfung von Schweißverbindungen, Guss- und Schmiedestücken sowie anderen metallischen Produkten mit klassischem Röntgenfilm. Für digitale Verfahren gelten ISO 17636-2 (Flachdetektoren) und die CR/DR-spezifischen Normen.

Grundlegende Anforderungen

Geometrie

  • Fokus-Objekt-Abstand (FOA): ausreichend groß für geforderte geometrische Unschärfe
  • Geometrische Unschärfe ug: ug = F × b / (a - b), wobei F = Fokusgröße, a = FOA, b = Objekt-Film-Abstand
  • Klasse B (EN ISO 17636-1): ug ≤ 0,10 × Wanddicke (max. 0,5 mm)

Schwärzung und Kontrast

  • Filmschwärzung: 2,0–4,0 (je nach Filmklasse und Anwendung)
  • Nachweisgrenze abhängig von IQI-Typ und Bildgütezahl (ISO 19232-1)

Bildgüteprüfkörper (IQI)

Drahtsteg-IQI (Wire IQI) nach ISO 19232-1 oder Stufe/Loch-IQI nach ISO 19232-2 werden auf dem Aufnahmeobjekt positioniert. Der erkennbare Draht oder Lochgröße definiert die Bildgütezahl (IQI-Wert), aus der die erreichbare Wanddickenauflösung abgeleitet wird.

Strahlungsquellen

QuelleEinsatzbereich (Stahl)
Röntgenröhre bis 300 kVbis ca. 50 mm
Röntgenröhre 400–450 kV50–100 mm
Betatron / Linac100–400 mm
Ir-192 (Iridium)20–100 mm
Co-60 (Kobalt)50–200 mm
Se-75 (Selen)10–40 mm
Yb-169 (Ytterbium)bis 15 mm