Norm DIN EN ISO 20485
DIN EN ISO 20485:2018-05 „Zerstörungsfreie Prüfung – Dichtheitsprüfung – Prüfgasverfahren" ersetzt und erweitert frühere Normen zur Heliumlecksuche. Sie deckt alle gängigen Prüfgasverfahren ab.
Prüfgasverfahren im Überblick
Helium-Massenspektrometrie
Das empfindlichste Verfahren. Der Prüfling wird mit Helium beaufschlagt; ein Massenspektrometer (Leckdetektor) auf der Außenseite misst austretende He-Atome. Nachweisgrenze: 10⁻¹² mbar·l/s.
Schnüffelmethode
Sonde wird an potentiellen Leckstellen entlanggeführt. Halbquantitativ; schnell für Screening und Lokalisierung.
Vakuummethode
Prüfling wird evakuiert; außen liegt He an. Integrale Leckrate wird im Rezipienten gemessen. Sehr empfindlich und quantitativ.
Bomb-Test
Prüfobjekt wird unter He-Überdruck gesetzt, danach in Vakuumkammer gemessen. Für Kleinstbauteile (Elektronik, Sensoren).
Kalibrierung
Referenzlecks nach DIN EN ISO 20846 werden zur Gerätejustierung eingesetzt. Kalibrierung vor und nach jeder Messreihe; Protokollierung der Basisleckrate.
Anwendungsgebiete
- Kühlkreisläufe und Kälteanlagen (F-Gase-Verordnung)
- Kernkraftwerke (primärer Kühlkreis)
- Raumfahrtkomponenten
- Halbleiteranlagen (Vakuumsysteme)
- Medizintechnik (sterile Verpackungen)