DIN EN ISO 17643: Wirbelstromprüfung von Schweißverbindungen

DIN EN ISO 17643 beschreibt die Wirbelstromprüfung von Schweißverbindungen mittels Vektorauswertung und legt Verfahren sowie Bewertungsgrenzen fest.

Norm DIN EN ISO 17643

DIN EN ISO 17643:2015-12 „Zerstörungsfreie Prüfung von Schweißverbindungen – Wirbelstromprüfung von Schweißverbindungen durch Vektorauswertungen" ist die anwendungsspezifische Norm für die ET-Prüfung von Schweißnähten.

Vektorauswertung

Die Vektorauswertung (auch Impedanzebenenanalyse) erlaubt es, Risse von geometrischen Störungen wie Nahtüberhöhung, Randkerben oder Heftschweißungen zu unterscheiden. Jeder Fehlertyp hinterlässt eine charakteristische Trajektorie in der Impedanzebene.

Anwendungsgrenzen

ET an Schweißnähten funktioniert bei:

  • Austenitischen Stählen und Nickellegierungen (nicht ferromagnetisch)
  • Aluminium- und Titanlegierungen
  • Oberflächen- und oberflächennahen Fehlern (bis ca. 3–5 mm Tiefe)

Bei ferromagnetischen Stählen ist die Eindringtiefe gering; hier ist MT vorzuziehen.

Überprüfkörper und Empfindlichkeit

Referenzkörper mit Sägeschnitten (0,5 × 10 mm) und gebohrten Referenzlöchern werden zur Justierung verwendet. Die Prüfempfindlichkeit muss vor und nach der Prüfung mit dem Referenzkörper bestätigt werden.

Zusammenhang mit EN ISO 17635

DIN EN ISO 17635 „Allgemeine Regeln für ZfP von Schweißverbindungen" definiert die übergeordneten Anforderungen; DIN EN ISO 17643 ist die verfahrensspezifische Ausführungsnorm.