DIN EN ISO 15708: Computertomographie in der ZfP

DIN EN ISO 15708 (Teile 1–4) normiert die industrielle Röntgen-Computertomographie für die ZfP und definiert Terminologie, Geräteanforderungen, Durchführung und Qualifizierung.

Normenreihe DIN EN ISO 15708

Die vierteilige Normenreihe DIN EN ISO 15708 „Zerstörungsfreie Prüfung – Durchstrahlungsverfahren für Computertomographie" (alle Teile 2019-09) ist die erste internationale Normfamilie speziell für die industrielle CT (iCT) in der ZfP.

Teil 1: Terminologie (ISO 15708-1)

Definiert über 80 Begriffe der CT, darunter: Voxel, Hounsfield-Einheit (nicht zutreffend für industrielle CT, aber verwandt), Artefakt, Beam Hardening, Ringeffekt, Scatter, Cone-Beam-CT, Fan-Beam-CT, Feldstärke-Kalibrierung.

Teil 2: Grundlagen, Geräte und Proben (ISO 15708-2)

Beschreibt: Röhrenparameter (kV, mA, Fokusfleck), Detektortechnologien (Flatpanel, Zeilendetektoren), Rotations- und Translationssysteme, Probenhalterung, geometrische Auflösung (SRb = Abstand Quelle–Rotationszentrum, SDD = Abstand Quelle–Detektor).

Geometrische Vergrößerung

M = SDD / SRb. Optimales M für kleines FOV und hohe Auflösung: 5–20 bei Mikro-CT-Systemen.

Teil 3: Durchführung und Auswertung (ISO 15708-3)

Legt Prüfparameter (Anzahl Projektionen, Integrationszeit, Mittelung), Rekonstruktionsalgorithmen (Gefilterte Rückprojektion FBP, iterative Verfahren) und Auswertungsanforderungen (3D-Visualisierung, Fehleranalyse, Dimensionsmessung) fest.

Teil 4: Qualifizierung (ISO 15708-4)

Beschreibt die Qualifizierung von CT-Systemen und -Verfahren. Anforderungen an Messgenauigkeit (DIN EN ISO 10360 für dimensionelle CT), Auflösungsbestimmung (MTF, Siemensstern), Kontrastempfindlichkeit und Artefaktbewertung.

Industrielle Anwendungen

  • Gussteile: Lunker, Poren, Einschlüsse im Vollbild
  • Additiv gefertigte Bauteile: Porosität, Stützstruktur-Reste
  • Kunststoffteile: Hinterschnitte, Einlegeteile, Wanddicke
  • Elektronik: Lötstellen, Bonddrähte (Mikro-CT)
  • Messtechnik: Dimensionelle CT nach VDI/VDE 2630