Normenfamilie DIN EN 1330
Die Reihe DIN EN 1330 „Zerstörungsfreie Prüfung – Terminologie" umfasst mehrere Teile und definiert die verbindliche Fachsprache für alle Gebiete der ZfP.
DIN EN 1330-1: Allgemeine Begriffe der ZfP (2015-05)
Teil 1 enthält grundlegende Begriffe, die für alle ZfP-Verfahren gelten, unabhängig von der spezifischen Methode. Beispiele:
- Unregelmäßigkeit: jede Abweichung von der angestrebten Soll-Geometrie oder Werkstoffeigenschaft
- Anzeige: Signal oder sichtbares Merkmal, das auf eine Unregelmäßigkeit hinweist
- Indikation: durch die Prüfung erfasstes Signal; kann echter Fehler oder Störanzeige sein
- Scheinindikation: Anzeige, die durch Prüfbedingungen, nicht durch Werkstoffdefekte hervorgerufen wird
- Empfindlichkeit: kleinste noch zuverlässig nachweisbare Fehlergröße
DIN EN 1330-2: Verfahrensübergreifende Begriffe (1998-12)
Teil 2 definiert Begriffe, die mehrere Prüfverfahren gemeinsam nutzen, darunter Kalibrierkörper, Referenzkörper, Prüfbericht, Prüfanweisung und Qualifikationsstufen.
Weitere Teile der EN 1330-Reihe
| Teil | Inhalt |
|---|---|
| EN 1330-3 | Begriffe der industriellen Durchstrahlungsprüfung |
| EN 1330-4 | Begriffe der Ultraschallprüfung |
| EN 1330-7 | Begriffe der Wirbelstromprüfung (teilweise ersetzt durch ISO 12718) |
| EN 1330-8 | Begriffe der Dichtheitsprüfung (teilweise ersetzt durch ISO 20484) |
| EN 1330-9 | Begriffe der Schallemissionsprüfung |
| EN 1330-10 | Begriffe der Sichtprüfung |
| EN 1330-11 | Begriffe der Röntgendiffraktometrie |
Bedeutung für die Praxis
Einheitliche Terminologie ist Voraussetzung für präzise Prüfanweisungen, rechtssichere Prüfberichte und internationale Verständigung. Viele neuere ISO-Normen enthalten eigene Terminologieteile, die die EN 1330 ergänzen oder ersetzen.