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EN ISO 17636-2 Digitale RT

EN ISO 17636-2 regelt die digitale Radiographie von Schweißnähten mit DDA- und CR-Systemen und unterscheidet zwischen Grundklasse und erhöhter Klasse mit definierten Bildqualitätsanforderungen.

EN ISO 17636-2 – Digitale Radiographie an Schweißnähten

Die Norm EN ISO 17636-2 ist das digitale Pendant zu EN ISO 17636-1 und regelt die radiographische Prüfung von Schweißnähten mit digitalen Detektoren. Sie unterscheidet zwischen der Grundklasse (Basic Class, BC) und der erhöhten Klasse (Enhanced Class, EC) und legt die Anforderungen an digitale Detektorsysteme, Bildqualität und Auswertesoftware fest.

Digitale Detektorsysteme

EN ISO 17636-2 ist anwendbar auf folgende digitale Aufnahmesysteme:

  • Digitale Detektorarrays (DDA): Flachbilddetektoren mit direkter oder indirekter Konversion (amorphes Silizium, amorphes Selen); ermöglichen Echtzeitdarstellung
  • Computertomographie-Platten (CR): Speicherleuchtstofffolien, die nach Belichtung ausgelesen werden; vielseitig einsetzbar, aber langsamerer Workflow
  • Zeilendetektoren: Für spezielle Anwendungen wie Rohrnahtprüfung

Grundklasse (BC) und erhöhte Klasse (EC)

Die Grundklasse entspricht in etwa der Filmtechnik A, die erhöhte Klasse der Filmtechnik B. Maßgebliche Unterschiede:

  • Ortsauflösung (SRb): Grundklasse erlaubt gröbere Pixelgrößen; erhöhte Klasse fordert feinere Ortsauflösung
  • Rauschäquivalente Schwächung (NEQ/NPS): Quantifiziertes Systemrauschen muss unter definierten Grenzwerten liegen
  • Dynamikbereich: Mindestens 12 Bit (4096 Graustufen) für BC, mindestens 14 Bit für EC
  • IQI-Nachweise: Analog zur Filmtechnik mit Draht-IQI oder Duplex-IQI für DDA-Systeme

Systemcharakterisierung und Qualifikation

Vor dem Einsatz muss das digitale Prüfsystem nach EN ISO 17636-2 charakterisiert werden. Dies umfasst die Bestimmung von: Grundrauschen (dark field), Pixelansprechverhalten (flat field), Detektorrauschen und Ortsauflösung. Die Systemqualifikation ist in definierten Intervallen zu wiederholen.

Bildverarbeitung und Auswertung

Die Norm gestattet bestimmte Bildverarbeitungsschritte (Helligkeit, Kontrast, Filterung), schränkt jedoch unzulässige Bildmanipulationen ein. Alle angewandten Bildverarbeitungsschritte müssen dokumentiert werden. Die Auswertung erfolgt an kalibrierten Monitoren mit definierter Leuchtdichte (mindestens 250 cd/m² für BC, 500 cd/m² für EC).

Archivierung

Digitale Radiogramme müssen in einem genormten Format (DICONDE nach ASTM E2339 empfohlen) archiviert werden. Die Lesbarkeit über die geforderte Aufbewahrungsdauer muss sichergestellt sein. Kompressionsverfahren sind nur verlustfrei zulässig.

Sources & Further Reading