Was ist ein duales Studium?
Im dualen Studium wechseln Theoriephasen an der Hochschule mit Praxisphasen im Partnerunternehmen ab. Das Studium führt zu einem staatlich anerkannten Bachelor-Abschluss (B.Eng. oder B.Sc.) und endet häufig zusätzlich mit einem IHK-Ausbildungsabschluss. Die Bewerbung erfolgt direkt beim Unternehmen, das den Studienplatz finanziert und einen monatlichen Lebensunterhaltsbeitrag zahlt.
Vorteile gegenüber klassischem Studium
- Studiengebühren übernimmt meist das Unternehmen
- Monatliche Vergütung während des Studiums (ca. 800–1.400 €/Monat)
- Praktische Erfahrung vom ersten Tag an
- Hohe Übernahmequote nach Abschluss
- Weniger Schulden als bei klassischem Studium mit BAföG/Kredit
Vorteile gegenüber Berufsausbildung
- Akademischer Abschluss (Bachelor) öffnet Leitungs- und Forschungspositionen
- Höheres Einstiegsgehalt (~45.000–50.000 €/Jahr vs. ~42.000 €/Jahr)
- Internationale Karrieremöglichkeiten
- Masterstudium als Aufbaustufe möglich
Hochschulen mit Angeboten in Werkstofftechnik
DHBW (Duale Hochschule Baden-Württemberg)
Größte duale Hochschule Deutschlands mit ca. 2.000 Partnerunternehmen. Werkstofftechnik-relevante Studiengänge an mehreren Standorten:
- DHBW Stuttgart / Campus Horb: Maschinenbau mit Profilrichtung Werkstofftechnik
- DHBW Mannheim: Maschinenbau, Fertigungstechnik
- Regelstudienzeit: 6 Semester (3 Jahre), Abschluss: B.Eng.
- Partnerunternehmen: Bosch, Daimler, ThyssenKrupp, Mahle, Fraunhofer-Institute
Hochschule Wismar
Bachelor Maschinenbau dual mit Profilrichtung Produktions- und Werkstofftechnik:
- Im 1. Jahr: ausschließlich betriebliche Ausbildung im Kooperationsbetrieb
- Danach abwechselnd Hochschulphasen und Praxissemester
- Regelstudienzeit: 7–9 Semester je nach Modell
Hochschule Osnabrück
Dualer Studiengang: Nachhaltige Materialtechnologie und Produktentwicklung (B.Sc.)
- Spezialisierungsoptionen: Kunststofftechnik oder metallische Werkstoffe
- 8 Semester kombiniert
Weitere Standorte
- FH Aachen: Maschinenbau dual, Kooperation mit Industrieunternehmen in der Aachener Region
- Hochschule Landshut (Bayern): Duale Modelle Maschinenbau/Werkstofftechnik
- HAW Hamburg: Maschinenbau und Produktion (dual)
Typische Studieninhalte
Das Studium kombiniert ingenieurwissenschaftliche Grundlagen mit praktischen Anwendungen:
- Grundlagenfächer: Mathematik, Physik, Chemie, technische Mechanik
- Werkstoffkunde: Metallkunde, Polymere, Keramiken, Verbundwerkstoffe
- Werkstoffprüfung und Materialanalytik: ZfP-Methoden, zerstörende Prüfung, Schadensanalyse
- Fertigungstechnik: Schweißen, Gießen, Wärmebehandlung, Oberflächentechnik
- Qualitätssicherung: DIN EN ISO 9001, statistische Auswertung, Messsystemanalyse
- Konstruktion und CAD
- Bachelorarbeit: In Kooperation mit dem Partnerunternehmen
Typische Partnerunternehmen
Unternehmen, die regelmäßig duale Studierende in Werkstofftechnik aufnehmen:
- Automobilindustrie: Daimler, BMW, Continental, Schaeffler
- Luftfahrt: Airbus, MTU Aero Engines, Liebherr Aerospace
- Stahlindustrie: ThyssenKrupp, Salzgitter, voestalpine
- Prüforganisationen: TÜV SÜD, Bureau Veritas, SGS
- Forschung: Fraunhofer-Institute (IWS, IZFP, IWM)
- Allgemeiner Maschinenbau: Bosch, Siemens Energy, MAN
Vergütung im dualen Studium
Als dualer Student erhält man eine monatliche Vergütung vom Partnerunternehmen — deutlich mehr als Auszubildende:
- Typische Spanne: 800–1.400 €/Monat (brutto)
- Große Konzerne (Airbus, Bosch): oft 1.100–1.400 €/Monat
- Mittelstand: häufig 850–1.100 €/Monat
- Studiengebühren werden fast immer vom Unternehmen übernommen
Einstiegsgehalt nach dem Abschluss
- Bachelor Werkstofftechnik (Einstieg): ca. 45.100 €/Jahr (~3.758 €/Monat)
- Master Werkstofftechnik (Einstieg): ca. 50.100 €/Jahr (~4.175 €/Monat)
- Luft-/Raumfahrt: ca. 58.600 €/Jahr
- Übernahme durch das Partnerunternehmen ist bei guten Leistungen häufig