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Dosimetrie für Prüfpersonal

Dosimetrie für ZfP-Prüfpersonal umfasst Filmdosimeter, TLD und elektronische Personendosimeter zur Überwachung der beruflichen Strahlenexposition nach StrlSchG — amtliche Dosimetrie ist für Kategorie-A-Personen Pflicht.

Dosimetrie für ZfP-Prüfpersonal

Prüfer, die ionisierende Strahlung (Röntgenstrahlung oder Gammastrahlung) einsetzen oder in deren Nähe arbeiten, sind beruflich strahlenexponiert. Die individuelle Dosisüberwachung mittels Personendosimeter ist nach Strahlenschutzgesetz (StrlSchG) und Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) für beruflich strahlenexponierte Personen der Kategorie A verpflichtend. Ziel ist es, die Einhaltung der Dosisgrenzwerte zu überwachen und die Gesamtexposition über das Berufsleben zu dokumentieren.

Kategorien beruflich strahlenexponierter Personen

  • Kategorie A: Personen, die eine effektive Dosis von mehr als 6 mSv/Jahr erhalten könnten. Unterliegen der amtlichen Dosisüberwachung, müssen Kategorie-A-Dosimeter tragen und werden im Strahlenschutzregister geführt.
  • Kategorie B: Personen mit potenzieller Exposition zwischen 1 und 6 mSv/Jahr. Können mit nicht-amtlichen Dosimetern überwacht werden.

Filmdosimeter

Das klassische Filmdosimeter enthält einen Röntgenfilm, der durch ionisierende Strahlung geschwärzt wird. Die Schwärzung ist proportional zur absorbierten Dosis. Charakteristika:

  • Monatliche oder zweimonatliche Auswertung durch amtliche Messstelle (in Deutschland z. B. PTB, VKTA oder staatliche Messstellen der Länder)
  • Empfindlich für Gamma- und Röntgenstrahlung, eingeschränkt für Betastrahlung
  • Energieabhängigkeit muss durch Filteranordnung kompensiert werden
  • Günstig, aber keine Echtzeitanzeige; Verlust des Dosimeters erschwert die Rekonstruktion

Thermolumineszenzdosimeter (TLD)

TLDs nutzen kristalline Materialien (LiF:Mg,Ti; CaSO₄:Dy; Al₂O₃:C), die Strahlungsenergie speichern. Beim Erhitzen (Thermolumineszenz) wird Licht emittiert, dessen Intensität der gespeicherten Dosis proportional ist:

  • Hohe Empfindlichkeit, guter Energiebereich (10 keV bis mehrere MeV)
  • Wiederverwendbar nach Auslösung (bis zu 50 Zyklen)
  • Auswertung im Labor; Ergebnis steht erst nach Auswertung zur Verfügung
  • LiF (7Li) mit geringem thermischen Neutronenwirkungsquerschnitt besonders geeignet für Neutronenstrahlung-arme Umgebungen

Elektronische Personendosimeter (EPD)

EPDs messen die Dosis in Echtzeit und zeigen aktuelle Dosisleistung und akkumulierte Dosis an:

  • Sofortige Alarmierung bei Überschreitung voreingestellter Dosisleistungsschwellen
  • Datenlogging ermöglicht nachträgliche Rekonstruktion der Dosisverteilung über Zeit
  • Nicht als alleiniges amtliches Dosimeter zugelassen, aber unverzichtbar im Einsatz (Rückmeldung in Echtzeit)
  • Typische Geräte: Thermo Scientific EPD Mk2, Mirion DMC 3000, Polimaster PM1621

Grenzwerte und Strahlenpass

Die in § 78 StrlSchG festgelegten Dosisgrenzwerte gelten für beruflich strahlenexponierte Personen der Kategorie A:

  • Effektive Dosis: 20 mSv/Jahr (5-Jahres-Mittel), maximal 50 mSv im Einzeljahr
  • Augenlinse: 20 mSv/Jahr
  • Hände, Unterarme, Füße: 500 mSv/Jahr

Alle Dosiswerte werden im Strahlenpass dokumentiert, der die gesamte berufliche Strahlenexposition über das Berufsleben nachverfolgt und beim Arbeitgeberwechsel mitgenommen wird.

Quellen & weiterführende Literatur