DIN EN ISO 16811: Ultraschallprüfung – Entfernungs- und Empfindlichkeitsjustierung

DIN EN ISO 16811 beschreibt die Verfahren zur Entfernungsjustierung (Zeitbasis) und Empfindlichkeitsjustierung (Verstärkung) bei der manuellen Ultraschallprüfung.

Norm DIN EN ISO 16811

DIN EN ISO 16811:2014-06 „Zerstörungsfreie Prüfung – Ultraschallprüfung – Entfernungs- und Empfindlichkeitsjustierung" legt die standardisierten Verfahren zur Kalibrierung des UT-Geräts vor Beginn einer Prüfung fest.

Entfernungsjustierung (Zeitbasisjustierung)

Die Zeitbasis des UT-Geräts wird so eingestellt, dass Echoanzeigen an der richtigen Tiefenposition auf dem A-Bild erscheinen.

Referenzkörper für die Entfernungsjustierung

  • V1-Prüfkörper (ISO 2400): Standard-Referenzkörper; ermöglicht Justierung für Längs- und Scherwellen
  • V2-Prüfkörper (ISO 7963): Kompaktes Format; geeignet für Winkelprüfköpfe
  • Prüfkörper aus Prüfwerkstoff: Bei Ausbreitungsgeschwindigkeiten abweichend von Stahl (Aluminium, Kunststoff, Titan)

Empfindlichkeitsjustierung (Verstärkungsjustierung)

Ziel: Den Verstärkungspegel so festlegen, dass ein Referenzreflektor definierter Größe in definierter Tiefe 80 % (± 5 %) Bildschirmhöhe (BSH) erreicht.

Referenzreflektoren

  • Flachbodenbohrung (FBH): definierter Durchmesser im Referenzkörper; DAC-Verfahren (ISO 16831)
  • Querbohrung (SDH): Seitendrilled Hole; für DAC-Kurve
  • DGS-Skala (Distance Gain Size): nach DIN EN ISO 16831; schnelle Empfindlichkeitsbestimmung ohne Referenzkörper im Prüfwerkstoff

Dokumentation der Justierung

Vor und nach jeder Prüfserie sind Entfernungs- und Empfindlichkeitsjustierung zu dokumentieren. Bei Abweichung > 2 dB: alle seit letzter gültiger Justierung geprüften Teile erneut prüfen.

Verfahren nach ISO 16811 im Überblick

  1. Schallgeschwindigkeit im Prüfwerkstoff bestimmen
  2. Zeitbasis auf Referenzkörper justieren
  3. Empfindlichkeit auf Referenzreflektor einstellen
  4. Korrekturkurven (DAC, TCG) aufnehmen
  5. Protokollierung aller Parameter