DIN EN ISO 15614-1: Schweißverfahrensprüfung für Stahl

DIN EN ISO 15614-1 beschreibt die Anforderungen an die Schweißverfahrensprüfung (WPS/WPQR) für Stahl und legt fest, welche ZfP-Methoden an den Prüfstücken anzuwenden sind.

Norm DIN EN ISO 15614-1

DIN EN ISO 15614-1:2017-08 „Anforderung und Qualifizierung von Schweißverfahren für metallische Werkstoffe – Schweißverfahrensprüfung – Teil 1: Lichtbogen- und Gasschweißen von Stählen und Lichtbogenschweißen von Nickel und Nickellegierungen" regelt die Qualifizierung von Schweißverfahren (WPS = Welding Procedure Specification).

WPQR und WPS

Ein WPQR (Welding Procedure Qualification Record) dokumentiert alle Parameter des Qualifikationsschweißversuchs. Auf Basis des WPQR wird eine oder mehrere WPS (Schweißanweisungen) erstellt, die die Prüfung eines konkreten Bauteils beschreiben.

ZfP am Prüfstück

Das Prüfstück wird nach EN ISO 15614-1 mit folgenden Methoden geprüft:

MethodePrüfstücktyp
VT (ISO 17637)immer
RT (ISO 17636) oder UT (ISO 17640)Stumpfnähte
MT (ISO 17638) oder PTSichtprüfungsergänzung
Biegeversuch (ISO 5173)Stumpfnähte
Zugversuch, Kerbschlag (ISO 4136, 9016)nach Anwendung
Härteprüfung (ISO 9015-1)alle Stähle

Wesentliche und nicht-wesentliche Variablen

Änderungen an wesentlichen Variablen (Grundwerkstoff-Gruppe, Prozess, Wärmeführung, Zusatz) erfordern eine neue Qualifikationsprüfung. Änderungen an nicht-wesentlichen Variablen können durch WPS-Revision abgedeckt werden.

Anwendungsbereich

Pflichtanforderung in: EN 1090 (Stahlbau), EN 13445 (Druckbehälter), DIN EN 15085 (Schienenfahrzeugbau), AD 2000-Regelwerk. Gültigkeitsdauer: unbegrenzt, solange Qualifizierungsintervalle eingehalten werden.