DIN EN ISO 10863: TOFD-Verfahren an Schweißnähten

DIN EN ISO 10863 beschreibt die Anwendung der TOFD-Technik (Time of Flight Diffraction) für die Ultraschallprüfung von Schweißverbindungen.

Norm DIN EN ISO 10863

DIN EN ISO 10863:2020-09 „Zerstörungsfreie Prüfung von Schweißverbindungen – Ultraschallprüfung – Anwendung der Beugungslaufzeittechnik (TOFD)" ist die primäre Anwendungsnorm für das TOFD-Verfahren an Schweißnähten. Die aktualisierte Ausgabe 2020 ersetzt die Version von 2011.

TOFD-Prinzip (Kurzübersicht)

Zwei Prüfköpfe (Sender S, Empfänger E) werden parallel zur Schweißnaht geführt. An Fehlerenden entstehen Beugungssignale (Diffraktionen), deren Laufzeit zur Fehlertiefe und -ausdehnung ausgewertet wird.

Konfigurationsparameter

  • PCS (Probe Centre Separation): Abstand Sender–Empfänger; beeinflusst Abdeckungstiefe
  • Mittelpunkttiefe dm: dm = PCS² / (8 × t0 × c), wobei c = Schallgeschwindigkeit
  • Blendenlage: Zeitfenster muss gesamte Nahtdicke abdecken
  • Frequenz: 2–10 MHz je nach Wanddicke

Qualifizierungsanforderungen nach ISO 10863

  • Demonstration der Erfassbarkeit auf Referenzfehler (Nuten, FBH) auf Qualifizierungsplatten
  • Nachweis der Tiefenmessgenauigkeit: ±1 mm für d < 15 mm, ±1,5 mm für d > 15 mm
  • Auflösung: mindestens 3 dB Trennung zwischen benachbarten Echos

Anzeigenbewertung und Zulässigkeitsgrenzen

DIN EN ISO 10863 selbst enthält keine Zulässigkeitsgrenzen. Diese werden aus ISO 15626 (TOFD-Zulässigkeiten) oder der produktnormspezifischen Anforderung entnommen.

Vorteile und Grenzen von TOFD

VorteileGrenzen
Genaue HöhenmessungTote Zonen oben und unten (Lateral- und Rückwandecho)
Hohe ErfassungswahrscheinlichkeitGeometrieempfindlich bei unebenen Oberflächen
Archivierbare DatenInterpretation erfordert Übung
Schnelle FlächenabdeckungErgänzung durch PAUT oder konventionelle UT nötig