DIN EN 17119: Aktive Thermografie in der ZfP

DIN EN 17119 beschreibt aktive Thermografieverfahren für die ZfP, bei denen eine externe Energiequelle Wärmekontraste für die Fehlerdetektion erzeugt.

Norm DIN EN 17119

DIN EN 17119:2018-10 „Zerstörungsfreie Prüfung – Thermografische Prüfung – Aktive Thermografie" legt die spezifischen Anforderungen für aktive Thermografieverfahren fest, bei denen eine kontrollierte externe Wärmequelle eingesetzt wird.

Aktive Thermografieverfahren

Blitzthermografie (Pulsthermografie)

Kurze intensive Lichtblitze (Blitzlampen) heizen die Oberfläche auf. Fehlstellen (Delamination, Hohlräume) stören den Wärmefluss und erscheinen als thermische Kontraste. Aufnahmefrequenz: 25–1000 Hz; Auswertung: Zeitreihen.

Lock-In-Thermografie

Periodische sinusförmige Anregung (Lampe, Ultraschall, Induktion). Phasen- und Amplitudenbilder werden durch Korrelation des Temperatursignals mit dem Referenzsignal berechnet. Tiefenwirkung: abhängig von Anregungsfrequenz und Wärmeleitfähigkeit.

Vibrothermografie (Sonic IR)

Niedrigfrequenter Ultraschall (Kontakt) erzeugt reibungsinduzierte Wärme an Rissen. Sehr empfindlich für geschlossene Risse, die anderen Methoden entgehen.

Induktionsthermografie

Induktionskopf erzeugt Wirbelströme im leitfähigen Prüfmaterial. Risse unterbrechen den Wirbelstromfluss → thermischer Kontrast. Geeignet für Stähle und Aluminiumlegierungen.

Prüfplanung nach EN 17119

  • Auswahl der Anregungsquelle und -parameter
  • Kalibrierung der Kamera und Emissionsgrad-Kompensation
  • Nachweis der Prüfempfindlichkeit an Referenzfehler
  • Auswertungsalgorithmus (PPT, TSR, Phase-Analyse) dokumentieren