DIN EN 13018: Sichtprüfung – Allgemeine Grundlagen

DIN EN 13018 legt die allgemeinen Grundsätze für die Sichtprüfung (VT) fest: Prüfbedingungen, Methoden, Geräteanforderungen und Anforderungen an das Prüfpersonal.

Norm DIN EN 13018

DIN EN 13018:2016-06 „Zerstörungsfreie Prüfung – Sichtprüfung – Allgemeine Grundlagen" ist die übergeordnete Grundlagennorm für alle Arten der Sichtprüfung (Visual Testing, VT).

Arten der Sichtprüfung

  • Direkte Sichtprüfung (DVT): Auge direkt oder mit Hilfsmittel (Lupe, Spiegel) an der Oberfläche
  • Indirekte/Remote Visual Inspection (RVI): Endoskop, Boroskop, Videosonde, Drohne, Kamerasystem

Beleuchtungsanforderungen

  • Direkte Sichtprüfung: ≥ 500 lx an der Prüffläche (empfohlen: ≥ 1000 lx)
  • Leuchtdichtemessgerät oder kalibriertes Luxmeter; Nachweis vor jeder Prüfserie
  • Zusatzbeleuchtung muss streifendes Licht ermöglichen (Reflexions-VT)

Sehschärfeanforderungen an Prüfer

Das Prüfpersonal muss mindestens Jaeger Nr. 1 oder Times Roman Nr. 4.5 (0,4 mm Buchstabenhöhe) auf 300 mm Abstand lesen können. Jährliche Sehschärfeprüfung. Farbsichtprüfung bei farbunterscheidenden Prüfaufgaben.

Prüfabstand und -winkel

  • Max. Prüfabstand: 600 mm bei direkter VT
  • Beobachtungswinkel: ≥ 30° zur Oberfläche
  • Für kritische Bereiche: Prüfabstand ≤ 600 mm und Zugangsbeschränkungen dokumentieren

Prüfmittel und Geräte

  • Lupen: 2× bis 10× (nach EN 13927)
  • Messlehren, Spaltmaßlehren, Profilschablonen
  • Endoskope: starr (Boroskop) oder flexibel (Video-Endoskop); Auflösung nach EN 13927
  • Vergleichsmuster für Oberflächenbewertung (nach EN 1370 für Guss)