Norm DIN EN 12680-1
DIN EN 12680-1:2003-06 „Gießereiwesen – Ultraschallprüfung – Teil 1: Stahlguss für allgemeine Verwendung" ist die Norm für die UT-Abnahmeprüfung von Stahlgussstücken. Teil 3 (DIN EN 12680-3) gilt für Gusseisen mit Kugelgraphit.
Besonderheiten beim Gusskörper-UT
Gussgefüge ist grobkörnig und unregelmäßig. Dies verursacht hohe Streudämpfung und Strukturrauschen (Kornrauschen). Daher:
- Niedrigere Prüffrequenzen als bei Schmiedestücken: 1–4 MHz
- Schallweg-Dämpfung muss an Prüfkörper gemessen und kompensiert werden
- Signifikante Variabilität der Schallgeschwindigkeit je nach Gefüge
Prüfklassen nach EN 12680-1
Die Norm definiert vier Anzeigenklassen (AC 1–4) mit steigenden Anforderungen. AC 1 ist am permissivsten, AC 4 am restriktivsten. Die geforderte Klasse wird vom Besteller in der Bestellung festgelegt oder ergibt sich aus der Produktnorm.
Prüfempfindlichkeit
Empfindlichkeitsjustierung auf DAC-Kurve basierend auf Flachbodenbohrungen (FBH) in einer Referenzplatte aus gleichwertigem Stahlguss. Empfindlichkeitsstufe: N = nominale Empfindlichkeit; H = erhöhte Empfindlichkeit.
Durchstrahlungsprüfung als Alternative
DIN EN 12681-1 (Filmtechnik) und DIN EN 12681-2 (digitale Detektoren) beschreiben die RT-Prüfung von Guss. Für komplexe Geometrien ist RT oft überlegen; für dicke Querschnitte ist UT wirtschaftlicher.