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API 570 Rohrleitungsinspektion

API 570 regelt die Inspektion in Betrieb befindlicher Prozessrohrleitungen in der Petrochemie und definiert drei Risikoklassen mit unterschiedlichen Inspektionsintervallen sowie Anforderungen an ZfP-Methoden und Inspektorqualifikation.

API 570 – Inspektion in Betrieb befindlicher Rohrleitungen

Der amerikanische Standard API 570 (Piping Inspection Code) regelt die Inspektion, Bewertung, Reparatur und Änderung von in Betrieb befindlichen Rohrleitungssystemen in der Prozessindustrie. Er wird weltweit in Raffinerien, petrochemischen Anlagen und Pipelines angewendet und ergänzt den Errichtungsstandard ASME B31.3.

Geltungsbereich und Anwendung

API 570 gilt für Rohrleitungen aus Metall, die Prozessflüssigkeiten, Dämpfe oder Gase transportieren und nicht mehr unter die Neuerrichtungsphase fallen. Ausgenommen sind Rohrleitungen unter 25,4 mm Nennweite in bestimmten Kategorien sowie Utility-Systeme mit niedrigem Gefährdungspotenzial.

Rohrleitungsklassen und Risikoeinstufung

API 570 klassifiziert Rohrleitungen nach ihrem Risikopotenzial in drei Klassen:

  • Klasse 1: Höchstes Risiko; brennbare, giftige oder aggressive Medien; kleine Lecks können zu Katastrophen führen (z. B. Chlor, Flusssäure, Pyrophore); kürzeste Inspektionsintervalle
  • Klasse 2: Mittleres Risiko; Standardflüssigkeiten in Prozessanlagen; normaler Handlungsbedarf bei Leckage
  • Klasse 3: Geringstes Risiko; brennbare Flüssigkeiten mit Flammpunkt ≥ 60 °C; geringe Konsequenz bei Leckage; längste Intervalle

Inspektionsintervalle

Die maximalen Intervalle für externe Sichtprüfung und Wanddickenmessung (UT) richten sich nach Klasse und berechnetem Korrosionsabtrag:

  • Klasse 1: Externe Inspektion alle 5 Jahre; UT alle 3 Jahre oder bei halber Restlebensdauer
  • Klasse 2: Externe Inspektion alle 5 Jahre; UT alle 5 Jahre oder bei halber Restlebensdauer
  • Klasse 3: Externe Inspektion alle 10 Jahre; UT alle 10 Jahre
  • Risikoorientierte Inspektion (RBI nach API 580) kann Intervalle verlängern oder verkürzen

ZfP-Methoden nach API 570

API 570 empfiehlt und fordert folgende ZfP-Methoden:

  • Wanddickenmessung (UT): Hauptmethode zur Korrosionsüberwachung; Nachweis der verbleibenden Wanddicke
  • Radiographie (RT): Für volumetrische Fehlersuche und Schweißnahtprüfung
  • Magnetpulver- / Eindringprüfung (MT/PT): Oberflächenrissprüfung, besonders an Schweißnähten und hochbeanspruchten Bereichen
  • AUT (Automatische UT): Für umfangreiche Wanddickenprofilierung

Qualifikation des Inspektionspersonals

API 570 fordert, dass Inspektionen durch API-zertifizierte Inspektoren (API 570 Inspector) oder durch qualifiziertes Personal unter deren Aufsicht durchgeführt werden. Die Zertifizierung umfasst schriftliche Prüfungen und Berufserfahrung in der Rohrleitungsinspektion.

Quellen & weiterführende Literatur