TT

Thermografische Prüfung

Zerstörungsfreie Prüfung (ZfP)
Die Thermografische Prüfung (TT) visualisiert Wärmeflussanomalien im Bauteil durch Infrarotkameras — berührungslos, flächig und in Echtzeit, ideal für Verbundwerkstoffe und Gebäudediagnostik.
Geltende Normen

EN 13187, ASTM E1316

Grundprinzip der Thermografischen Prüfung

Bei der Thermografischen Prüfung (TT — Thermographic Testing / Infrared Thermography) wird das Bauteil mit einer Infrarotkamera beobachtet, die die Wärmeverteilung auf der Oberfläche darstellt. Fehlstellen wie Delaminationen, Einschlüsse oder Hohlräume unterbrechen den Wärmefluss und erscheinen als wärmere oder kältere Zonen im Thermobild.

Man unterscheidet passive TT (Bauteil hat Eigentemperatur, z.B. elektrische Komponenten) und aktive TT (externes Anheizen mit Blitz, Halogenlampen oder Ultraschall — "Lock-in" oder "Puls"-Thermografie).

Was macht ein TT-Prüfer?

  • Kameraeinrichtung: Emissivität einstellen, Referenztemperatur, Fokus
  • Thermische Anregung: Blitzlampen, Heizstrahler oder Ultraschall-Erregung
  • Bildaufnahme: Sequenz von Thermobildern aufnehmen (Puls-TT: ms bis Sekunden)
  • Bildverarbeitung: PCT, PPT oder andere Algorithmen zur Fehlerkontrastverstärkung
  • Auswertung und Bewertung: Fehler lokalisieren, Tiefe abschätzen, Befund nach Norm dokumentieren

Einsatzbranchen

  • Luft- und Raumfahrt: CFK-Strukturen, Sandwichpanels, Hotspot-Detektion
  • Energietechnik: Photovoltaik (Hotspot-Erkennung), Windkraftrotorblätter
  • Gebäude: Wärmedämmungsinspektion, Feuchte-Detektion (passive TT)
  • Elektronik: PCB-Prüfung, Überhitzte Bauelemente
  • Automotive: Klebverbindungen, Kunststoffteile, Batterie-Inspektion (E-Mobilität)

Anwendungsgebiete

CFK- und GFK-Strukturen in der Luft- und Raumfahrt, Gebäudedämmungsprüfung, Elektronik-Bauteilprüfung (PCBs), Beschichtungsuntersuchungen, Korrosionsdetektion unter Beschichtungen, Fügezonenkontrolle.

✓ Vorteile
  • Großflächige, berührungslose und schnelle Prüfung
  • Sofort sichtbare Ergebnisse als Wärmebild
  • Keine Strahlung, keine Chemikalien
  • Ideal für Verbundwerkstoffe (Delaminationen, Einschlüsse)
  • Drohnen-TT für Windkraftanlagen, Fassaden und große Strukturen
✗ Nachteile
  • Begrenzte Tiefenwirkung — tiefe Fehler kaum detektierbar
  • Oberfläche muss thermische Anregung ermöglichen
  • Reflexionen stören das Wärmebild (Emissivitätsprobleme)
  • Aktive TT braucht externe Wärmequelle — Aufwand im Feld