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A-, B-, C- und S-Scan

A-, B-, C- und D-Scan sind die vier grundlegenden Bilddarstellungsformen in der Ultraschallprüfung, die von der einfachen Amplitudenanzeige bis zur flächigen Draufsicht unterschiedliche Perspektiven auf Prüfobjekt und Ungänzen bieten.

A-, B-, C- und D-Scan: Darstellungsformen in der Ultraschallprüfung

In der Ultraschallprüfung stehen verschiedene Bilddarstellungen zur Verfügung, die unterschiedliche Perspektiven auf das Prüfobjekt und die darin enthaltenen Ungänzen bieten. Die gängigsten sind A-Scan, B-Scan, C-Scan und D-Scan – jeder mit spezifischen Eigenschaften und Anwendungsfeldern.

A-Scan – Die Basis

Der A-Scan ist die grundlegendste Darstellungsform und zeigt das Ultraschallsignal als Amplitudenanzeige über der Zeit (Laufzeit). Die horizontale Achse entspricht der Schallweglaufzeit (proportional zur Tiefe), die vertikale Achse der Echoamplitude. Im A-Scan ist folgendes erkennbar:

  • Sendeimpuls (T-Impuls) am linken Rand
  • Fehlerecho (F) bei der Tiefe der Ungänze
  • Rückwandecho (R) bei voller Materialdicke

Der A-Scan ist in allen Ultraschallgeräten vorhanden und dient als Grundlage für alle anderen Darstellungen. Er ermöglicht Amplitudenbewertung, Laufzeitmessung und Fehlercharakterisierung.

B-Scan – Die Seitenansicht

Der B-Scan entsteht durch Aneinanderreihen von A-Scans entlang eines Prüfweges. Die horizontale Achse zeigt den Prüfweg (Scanposition), die vertikale Achse die Tiefe (Schallaufzeit). Jeder Bildpunkt repräsentiert die Amplitude des entsprechenden A-Scan-Punktes, kodiert in Graustufen oder Falschfarben.

Der B-Scan liefert eine Querschnittsansicht des Prüfkörpers und zeigt die Tiefenlage und Ausdehnung von Ungänzen in Prüfrichtung. Er wird bei TOFD, PAUT und AUT standardmäßig erzeugt.

C-Scan – Die Draufsicht

Der C-Scan ist eine flächige Projektion des Prüfobjekts von oben. Er entsteht durch zweidimensionales Abrastern der Oberfläche. X- und Y-Achse entsprechen der Prüfposition, die Farbkodierung zeigt Amplitude oder Tiefe des stärksten Echos innerhalb eines definierten Tiefenbereichs (Gate).

C-Scans werden standardmäßig bei der Immersionsprüfung, PAUT und automatisierten Prüfanlagen erzeugt. Sie ermöglichen:

  • Schnelle visuelle Beurteilung der Fehlerfläche
  • Bestimmung der lateralen Ausdehnung von Ungänzen
  • Erstellen von Fehlerverteilungskarten
  • Einfache Dokumentation und Archivierung

D-Scan – Die Frontalansicht und TOFD-Bild

Der D-Scan zeigt eine Draufsicht entlang der Schallstrahlachse, also senkrecht zur B-Scan-Ansicht. Im engeren Sinne bezeichnet D-Scan auch die typische Bilddarstellung beim TOFD-Verfahren: Die horizontale Achse zeigt den Prüfweg, die vertikale Achse die Tiefe (Laufzeit). Ungänzen erscheinen als charakteristische Hyperbelbögen durch die Beugungsphysik.

Weitere Darstellungen

In modernen PAUT-Systemen kommen weitere Scan-Typen hinzu:

  • S-Scan (Sectorial Scan): Fächerförmige Winkeldarstellung, charakteristisch für PAUT
  • E-Scan: Elektronischer linearer Scan ohne Winkeländerung (Aperturverschiebung)
  • Compound-Scan: Kombination mehrerer Einschallwinkel für optimale Abdeckung

Die Wahl der Scandarstellung richtet sich nach dem Prüfziel, der Bauteilgeometrie und den normativen Anforderungen. Moderne Auswertesoftware erlaubt das gleichzeitige Anzeigen mehrerer Scan-Ansichten (Multi-View).

Sources & Further Reading