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Remote Field Testing (RFT)

Remote Field Testing (RFT) ist ein elektromagnetisches Verfahren zur vollwandigen Prüfung ferromagnetischer Rohre, bei dem der Fernfeld-Effekt die Einschränkungen des klassischen Wirbelstromverfahrens überwindet.

Remote Field Testing (RFT)

Das Remote Field Testing (RFT), auch Remote Field Eddy Current (RFEC) genannt, ist ein elektromagnetisches Rohrprüfverfahren, das sich durch seine Fähigkeit auszeichnet, Rohre aus ferromagnetischem Stahl von innen vollwandig zu durchdringen. Es wurde in den 1950er-Jahren entwickelt und ist heute das Standardverfahren zur Inspektion von Wärmetauscherrohren, Fernwärmeleitungen und anderen ferromagnetischen Rohrsystemen.

Der Fernfeld-Effekt

Das physikalische Kernprinzip des RFT ist der sogenannte Fernfeld-Effekt. Eine Sendespule erzeugt ein magnetisches Wechselfeld, das auf zwei Wegen zum Empfänger gelangt: direkt durch das Rohrinnere (Direktweg) und indirekt über die Rohrwand – zweimal durch das Material hindurch. Im Nahfeld des Senders dominiert der direkte Weg; ab einem Abstand von etwa zwei bis drei Rohrdurchmessern überwiegt der indirekte Weg. In diesem Fernfeldbereich hat das Signal die Rohrwand zweimal vollständig durchdrungen und enthält damit Informationen über die gesamte Wanddicke.

Unterschied zu konventionellem Wirbelstrom

Konventionelle Wirbelstromverfahren sind bei ferromagnetischen Rohren wegen der hohen Permeabilität auf eine sehr dünne Eindringtiefe beschränkt (Skineffekt). RFT umgeht dieses Problem durch den Fernfeld-Effekt und ist daher in der Lage, sowohl innen- als auch außenseitige Wanddickenverluste zu detektieren. Allerdings bietet RFT eine geringere Ortsauflösung als Wirbelstromverfahren und reagiert weniger empfindlich auf kleine, lokale Fehler.

Typische Anwendungen

  • Inspektion von Kohlenstoffstahlrohren in Wärmetauschern und Dampferzeugern
  • Prüfung von erdverlegten ferromagnetischen Rohrleitungen
  • Fernwärme- und Wasserversorgungsnetze
  • Kesselrohre in Kraftwerken

Messtechnik und Auswertung

Die Auswertung erfolgt durch Analyse der Phaseninformation des empfangenen Signals. Eine gleichmäßige Wanddickenverringerung führt zu einer charakteristischen Phasendrehung; lokale Defekte erzeugen Amplitudenänderungen. Moderne RFT-Systeme arbeiten mit mehreren Empfängerspulen und ermöglichen eine Differenzialauswertung zur Verbesserung der Defektauflösung. Die Prüfgeschwindigkeit liegt typischerweise bei 0,1 bis 0,3 m/s.

Normen

RFT ist in der ASTM E2096 sowie der ASME-Sektion V beschrieben. Für Wärmetauscher-Applikationen gelten zusätzlich die Richtlinien des TEMA (Tubular Exchanger Manufacturers Association).

Quellen & weiterführende Literatur
Inhaltsverzeichnis
Relevante Normen
  • ASTM E2096
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