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Laser-Ultraschall (LUT)

Laser-Ultraschall (LUT) nutzt gepulste Laser zur berührungslosen Ultraschallanregung und -detektion, was Prüfungen bei Hochtemperaturen über 800 °C und in schwer zugänglichen Bereichen ohne Koppelmedium ermöglicht.

Laser-Ultraschall (LUT) – Berührungslose Ultraschallanregung

Laser-Ultraschall (Laser Ultrasonic Testing, LUT oder LAUS) ist ein fortschrittliches zerstörungsfreies Prüfverfahren, das Laserstrahlen zur berührungslosen Erzeugung und zum Empfang von Ultraschallwellen nutzt. Es ermöglicht die Prüfung unter extremen Bedingungen, bei denen konventionelle Kontaktverfahren versagen.

Physikalisches Prinzip der Anregung

Zur Ultraschallerzeugung wird ein gepulster Laser (typisch Nd:YAG, CO₂ oder Er:YAG) auf die Bauteiloberfläche gerichtet. Abhängig von der Laserenergie entstehen zwei Anregungsmechanismen:

  • Thermoelastischer Mechanismus (schwache Anregung): Die Laserenergie wird absorbiert und erzeugt durch lokale Wärmeausdehnung eine Schallquelle. Keine Materialschädigung. Bevorzugt für empfindliche Bauteile.
  • Ablationsregime (starke Anregung): Lokales Verdampfen von Oberflächenmaterial erzeugt einen Rückstoßimpuls und damit starke Schallwellen. Geringe Oberflächenveränderung, aber höhere Signalamplituden.

Empfang mit interferometrischem Laserstrahl

Der Empfang der Ultraschallwellen erfolgt durch einen zweiten Laserstrahl (Detektionslaser) mittels interferometrischer Messung der Oberflächenschwingung. Eingesetzte Systeme:

  • Fabry-Pérot-Interferometer: Hohe Empfindlichkeit, geringe Bandbreite
  • Photorefractive Interferometer (PRI): Gut für raue Oberflächen und Langstreckenbetrieb
  • Laser-Doppler-Vibrometer (LDV): Präzise Schwingungsgeschwindigkeitsmessung

Hochtemperaturanwendungen

Ein entscheidender Vorteil des Laser-Ultraschalls ist die Möglichkeit zur Prüfung bei extrem hohen Temperaturen, da kein physischer Kontakt mit dem Bauteil erforderlich ist:

  • Dickenmessung an glühendem Stahl (>800 °C) direkt in der Walzstraße
  • Prüfung von Turbinenschaufeln im heißen Zustand
  • Kontrolle von Gussteilen direkt nach dem Erstarren
  • Prüfung keramischer Beschichtungen bei Betriebstemperatur
  • Qualitätssicherung in der Stahlproduktion (Online-Prüfung im Walzwerk)

Weitere Anwendungsfelder

  • Luft- und Raumfahrt: Prüfung von CFK-Bauteilen ohne Koppelmedium
  • Nuklearindustrie: Fernprüfung in strahlenbelasteten Bereichen
  • Additive Fertigung: Inline-Überwachung von 3D-Druckprozessen
  • Dünne Folien und Schichten: Schichtdickenmessung im Nanometerbereich

Systemvergleich und Einschränkungen

Laser-Ultraschall-Systeme sind erheblich teurer als konventionelle Kontaktgeräte und erfordern spezifische Laserschutzzonen (Laserklasse 4). Die Empfindlichkeit ist bei stark reflektierenden oder sehr rauen Oberflächen eingeschränkt. Für industrielle Serienanwendungen werden kommerzielle Systeme von Herstellern wie Tecnar (Generation 3), Sonemat und LaWave eingesetzt.

Quellen & weiterführende Literatur