zfp

Korrosion unter Isolierung (CUI)

Korrosion unter Isolierung (CUI) ist eine besonders tückische Form der Außenkorrosion an isolierten Rohrleitungen, die durch eingedrungenes Wasser entsteht und nur durch Spezialverfahren wie Pulsed Eddy Current oder Röntgendurchstrahlung ohne Isolierungsdemontage nachgewiesen werden kann.

Korrosion unter Isolierung (CUI – Corrosion Under Insulation)

Korrosion unter Isolierung (CUI, Corrosion Under Insulation) bezeichnet Außenkorrosion an isolierten Rohrleitungen, Behältern und Ausrüstungen, die von außen nicht sichtbar ist und daher besondere Prüfherausforderungen stellt. CUI ist eine der häufigsten und kostspieligsten Schadensursachen in der Prozessindustrie und gilt als eine der gefährlichsten versteckten Korrosionsformen.

Entstehungsmechanismus

Wasser gelangt durch Beschädigungen der Isolierungsdampfsperre, undichte Blechmäntel, Flanschdurchdringungen oder Kondenswasserbildung in den Ringspalt zwischen Rohroberfläche und Isoliermaterial. Die Isolierung wirkt wie ein Schwamm, der das Wasser lange zurückhält und eine dauerhaft feuchte Mikroumgebung schafft. In Kombination mit Chloriden aus Meeresgischt, Kühlturmwasser oder Isoliermaterial selbst entsteht aggressive Spaltkorrosion. Besonders gefährdet sind:

  • Rohrleitungen im Temperaturbereich −4 °C bis +175 °C (häufige Kondensation)
  • Bereiche mit zyklischem Betrieb (wechselnd warm/kalt)
  • Rohrleitungen, die die Umgebungstemperatur unterschreiten (Kälteisolierung)
  • Horizontale Rohrabschnitte, Böden und Unterstützungspunkte

Prüfmethoden für CUI

Die besondere Herausforderung liegt darin, dass die Isolierung in der Regel nicht vollständig entfernt werden soll. Folgende Methoden werden für die CUI-Detektion eingesetzt:

  • Pulsed Eddy Current (PEC): Elektromagnetische Methode, die durch Isolierung und Blechmantel misst; liefert gemittelte Wanddicke über eine größere Fläche (Footprint 50–100 mm). Schnell und ohne Entfernung der Isolierung anwendbar.
  • Röntgendurchstrahlung (RT): Profilaufnahme durch die Isolierung; erkennt lokale Wanddickenminderungen; erfordert beidseitigen Zugang.
  • Neutronenradiografie: Detektiert Feuchtigkeitsansammlungen in der Isolierung als indirekten CUI-Indikator.
  • Infrarot-Thermografie (IRT): Feuchte Isolierung zeigt veränderte Wärmeabstrahlung; geeignet zur Lokalisierung nasser Bereiche.
  • Guided Wave Ultraschall (GUL): Langreichweitige Rohrleitungsprüfung durch geführte Wellen von zugänglichen Messpunkten aus.

CUI-Management und Inspektion

Ein effektives CUI-Management basiert auf einer risikoorientierten Inspektionsstrategie (RBI, Risk Based Inspection nach API RP 581). Hochrisikobereiche werden identifiziert, priorisiert und in definierten Intervallen geprüft. Sichtprüfungen des Isolierungsmantels ergänzen die zerstörungsfreien Prüfungen. Als langfristige Gegenmaßnahme werden wasserdampfdurchlässige Isoliersysteme, beschichtete Rohroberflächen und regelmäßige Mantelerneuerung empfohlen.

Sources & Further Reading