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Druckabfall-Lecktest

Die Druckabfallmethode ist ein integrales Dichtheitsprüfverfahren, bei dem aus dem zeitlichen Druckabfall im abgesperrten Prüfsystem die Gesamt-Leckrate quantitativ bestimmt wird.

Druckabfallmethode – Integrale Dichtheitsprüfung

Die Druckabfallmethode ist ein integrales Leckprüfverfahren, bei dem der zeitliche Abfall des Prüfdrucks in einem abgesperrten, druckbeaufschlagten Prüfsystem gemessen wird. Sie erlaubt keine Ortung einzelner Leckstellen, liefert jedoch eine quantitative Aussage über die Gesamt-Leckrate des Prüflings. Das Verfahren ist in der Norm EN 1779 als Druckänderungsverfahren klassifiziert und findet breite Anwendung in der Serienfertigung, der Behälterprüfung und der Rohrleitungsüberwachung.

Physikalisches Grundprinzip

Wird ein abgedichtetes Volumen mit einem Prüfgas (Luft, Stickstoff) auf einen definierten Überdruck gebracht und dann von der Druckquelle getrennt, so sinkt der Druck bei vorhandenen Leckstellen über die Zeit ab. Aus dem gemessenen Druckabfall ΔP, dem Prüfvolumen V und der Prüfdauer Δt kann die Leckrate Q nach der vereinfachten Formel Q = (ΔP · V) / Δt berechnet werden. Für genaue Messungen müssen Temperatureinflüsse, die Elastizität des Prüflings und die Kompressibilität des Gases berücksichtigt werden.

Druckverfahren (Überdruck)

Das Prüfobjekt wird mit Überdruck beaufschlagt. Ein Präzisionsdrucksensor oder ein Differenzdruckmessgerät zeichnet den Druckverlauf auf. Für empfindliche Messungen werden Differenzdruckverfahren eingesetzt, bei denen der Prüfling mit einem gleichwertigen Referenzvolumen verglichen wird. Temperaturschwankungen, die zu scheinbaren Druckänderungen führen, werden so weitgehend kompensiert. Typische Anwendungen: Gehäuseprüfung in der Automobilindustrie, Prüfung von Pneumatikkomponenten, Dichtheitsprüfung von Getrieben und Motoren.

Unterdruckverfahren (Vakuum)

Beim Unterdruckverfahren wird im Prüfling ein Vakuum erzeugt. Der Druckanstieg durch eindringendes Gas wird gemessen. Dieses Verfahren eignet sich besonders für Bauteile, die keinen Überdruck aufnehmen können, oder für die Prüfung auf Dichtheit gegenüber dem atmosphärischen Umgebungsdruck. Anwendungen finden sich in der Verpackungsindustrie (Folienverpackungen, MAP-Verpackungen) sowie in der Medizintechnik.

Nachweisempfindlichkeit und Einflussfaktoren

Die erreichbare Nachweisempfindlichkeit hängt stark von der Genauigkeit des Drucksensors, dem Prüfvolumen, der Prüfdauer und der Temperaturstabilität ab. Mit hochwertigen Differenzdrucksensoren (Auflösung ≤ 0,1 Pa) können Leckraten im Bereich von 10⁻³ bis 10⁻⁵ mbar·l/s nachgewiesen werden. Die Methode ist nicht zur Lokalisierung von Einzelleckagen geeignet; bei positivem Prüfergebnis müssen ergänzende Verfahren (z. B. Blasenlecktest, Helium-Schnüffeln) zur Ortung eingesetzt werden.

Normative Grundlagen und Praxis

Neben EN 1779 sind für spezifische Anwendungen weitere Regelwerke relevant, etwa DIN EN ISO 20484 für die Prüfung von Kälteanlagen oder branchenspezifische Werksnormen. In automatisierten Fertigungslinien werden Druckabfallprüfgeräte mit integrierten Auswertealgorithmen eingesetzt, die Pass/Fail-Entscheidungen innerhalb weniger Sekunden ermöglichen. Die Prüfparameter (Prüfdruck, Füllzeit, Stabilisierungszeit, Messzeit, Grenzwert) müssen für jedes Bauteil individuell validiert werden.

Sources & Further Reading