Was macht ein Werkstoffprüfer?
Werkstoffprüfer/innen prüfen Werkstoffe, Bauteile und Konstruktionen auf ihre Eigenschaften und Qualität. Sie setzen dabei sowohl zerstörungsfreie Prüfverfahren (ZfP) als auch zerstörende Prüfmethoden ein, um Fehler, Risse oder Materialschwächen zu erkennen — bevor sie zu gefährlichen Ausfällen führen können.
| Ausbildungsdauer | 3 Jahre 6 Monate |
|---|---|
| Ausbildungsart | Dual (Betrieb + Berufsschule) |
| Berufsfeld | Metalltechnik / Fertigungstechnik |
| Geregelt durch | Berufsbildungsgesetz (BBIG) |
| Prüfende Stelle | IHK / zuständige Kammer |
Fachrichtungen
Die Ausbildung gliedert sich in vier Fachrichtungen:
Prüfung metallischer Werkstoffe mit ZfP-Verfahren wie Ultraschall, Röntgen und Magnetpulver. Die häufigste Fachrichtung.
Kontrolle von Wärmebehandlungsprozessen: Härten, Anlassen, Glühen. Überprüfung der resultierenden Werkstoffeigenschaften.
Betrieb und Wartung von Prüfanlagen und Prüfsystemen. Automatisierte Prüftechnik und Qualitätssicherungssysteme.
Prüfung von Halbleitermaterialien und elektronischen Bauteilen. Speziell für die Elektronikindustrie.
Typische Aufgaben
- Zerstörungsfreie Prüfung (ZfP): Ultraschall-, Röntgen-, Magnetpulver-, Eindring- und Wirbelstromprüfung
- Mechanische Werkstoffprüfung: Zugversuch, Härteprüfung, Kerbschlagbiegeversuch
- Auswertung und Dokumentation von Prüfergebnissen
- Beurteilung von Fehlern anhand von Normen und Regelwerken
- Erstellung von Prüfprotokollen und Prüfberichten
- Instandhaltung und Kalibrierung von Prüfgeräten
Branchen & Einsatzgebiete
Werkstoffprüfer werden in nahezu allen Industriezweigen benötigt:
- Luft- & Raumfahrt — Sicherheitskritische Bauteile an Flugzeugen und Raketen
- Automobil — Qualitätssicherung von Karosserie- und Antriebsteilen
- Energie & Pipeline — Prüfung von Rohrleitungen, Druckbehältern und Schweißnähten
- Maschinenbau — Qualitätskontrolle von Gussteilen und Schmiedeteilen
- Schiffbau — Rumpfprüfung und Schweißnahtprüfung
- Bauwesen — Betonstrukturprüfung und Stahlbauprüfung
- Bahntechnik — Schienenprüfung und Radsatzprüfung
Karrierewege
Nach der Ausbildung stehen mehrere Karrierewege offen:
- Meister/in — Industriemeister Fachrichtung Metall oder Fertigungsmechanik
- Techniker/in — Staatlich geprüfter Techniker im Maschinenbau oder Werkstofftechnik
- Studium — Werkstoffwissenschaften, Maschinenbau, Qualitätsmanagement
- Zertifizierung nach EN ISO 9712 — Stufen 1, 2 und 3 in ZfP-Verfahren
- Sachverständiger — Öffentlich bestellter Sachverständiger für Werkstoffprüfung